Folgendes hat die CDU bisher in Sachen Schulpolitik erreicht:

  • Abschaffung der Verpflichtung, jahrgangsübergreifend zu unterrichten
  • Abschaffung des Früheinschulungsstichtages, der Kinder unter sechs Jahren in die Schule gezwungen hat, wenn ihre Eltern nicht ein aufwändiges
  • Rückstellungsverfahren einleiteten
  • Mehr Familienfreundlichkeit, kürzere Schulwege
  • Obligatorisches Beratungsgespräch bei Gymnasialwunsch für einen Notendurchschnitt von schlechter als 3,0
  • Verstärkung der Betreuung im ersten Gymnasiumsjahr, damit durch individuelle förderung möglichst alle an den Gymnasien aufgenommenen Schüler das Probejahr bestehen und mit guten Erfolgsaussichten den Weg zum Abitur einschlagen
  • „Praxis-Semester“ in der Lehrerausbildung
  • Bessere Bezahlung der Grundschulleiter
  • Bedarfsgerechte Ausstattung mit Schulhelfern für Integrationskinder
  • Die Mittel für Schulsanierung und -bau wurden in dieser Legislaturperiode auf insgesamt 200 Mio Euro erhöht => Schwerpunkt auf Ertüchtigung von Schul- und
  • Sportgebäuden
  • Schulfrieden

Wir haben insgesamt vier Handlungsfelder identifiziert:

 

1. Lehrer

  • Grundlehrerausstattung der Schulen von 105 % um so Krankenstand auffangen zu können
  • Allen neu eingestellten Lehrern soll in künftig die Verbeamtung angeboten werden
  • Grundschullehrer, die die aufgewertete Ausbildung (ggf. durch Fortbildung) erfolgreich durchlaufen haben sollen dasselbe Einstiegsgehalt wie Oberschullehrer bekommen
  • Zusatzaufgaben (z.B. Ganztagsgestaltung, Berufs- und Studienberatung, Elternarbeit, interkulturelle Kompetenz, Lehrplan und Methodenentwicklung) müssen bei Ermäßigungsstunden angemessen – also viel stärker als bisher – berücksichtigt werden
  • Mehr Zeit für Vor- und Nachbereitung insbesondere für Quereinsteiger

Insgesamt zielen diese Maßnahmen auf bessere Lehr- und damit auch Lernbedingungen an den Schulen. Langfristig sollen mehr Lehrer beschäftigt werden, damit die Klassengröße weiter sinken kann und die Betreuung der Schüler dadurch deutlich verbessert werden kann.

 

2. Schulgebäude

Situation:

  • Marode Schulgebäude und Raumnot
  • Sanierungsstau in Berlin:  2 bis 5 Mrd. Euro
  • Bis 2025 werden in Berlin 60 bis 70 neue Schulen gebaut werden müssen
  • Sanierungen können bis zu Jahren dauern, Neubauten dauern im Schnitt 7 Jahre – Grund ist die Personalausstattung der Bezirke, sowie eine Vielzahl von hinderlichen Verwaltungsvorschriften und Vorgaben

Lösungsansätze:

  • Feste, aber für Schul- und Sportstätten frei verfügbare Budgets
  • Die Bezirke führen kleinere und mittlere Schulbauprojekte in eigener Regie durch, nur größere müssen künftig durch die Senatsverwaltung für Finanzen genehmigt werden – und dies innerhalb von zwei Monaten
  • Die Mittel für Schulbau und –sanierung können in das nächste Haushaltsjahr übertragen werden
  • Einführung berlinweiter verbindlicher Standards für zum Beispiel energetische Sanierung, Mensen, Küchen usw.
  • In Hamburg und München dauern Schulneubauten durchschnittlich 3 Jahre – hier soll abgeschaut werden (z.B. Gebäude-Scan, „Phase 0“, Münchner „Lernhäuser, Prämiensystem für schnellen Bauabschluss, Erstellung einer Liste zu vereinfachender oder außer Kraft zu setzender Vorschriften)
  • Einrichtung einer ausreichenden Anzahl wettbewerbsfähiger Stellen in den Bezirksbauämtern
  • Einheitliche Struktur für ein Amt Schulbau und mehr Personal für Schulbau und –sanierung.
  • Sofern nach drei Jahren keine Verbesserungen zu sehen sind, soll ein neues Modell überlegt werden

 

3. Schulformen:

  • Ideologiefreie Bildungspolitik mit Qualität in Vielfalt
  • Weiterentwicklung der Berliner Schulformen von innen heraus

Perspektiven:

§  Gymnasium:

  • Bestandsgarantie für die Gymnasien
  • Abschaffung der Prüfung zum mittleren Schulabschluss (MSA) in der Klasse 10 – automatische Verleihung bei Versetzung in Klasse 11 (bei Nicht-Versetzung zum Beispiel durch Schulabgang soll es möglich bleiben, den MSA weiterhin abzulegen)
  • Limitierung sogenannter „grundständiger Gymnasien“ soll aufgehoben werden => es soll den Gymnasien freigestellt sein mit der 5. oder der 7. Klasse zu beginnen
  • Der Inhalt der Abiturprüfungen soll tatsächlich auf „Studierfähigkeit“ abzielen => es soll bundesweit einheitliche Anforderungs-, Korrektur- und Bewertungsstandards geben

§  Integrierte Sekundarschule (ISS):

  • Lehrerressourcen müssen stärker als bisher auf die Förderung lernschwächerer Schüler und an das parallele Heranführen an Ausbildungsberufe verschoben werden
  • An ymnasien sollen Aufbauklassen für ISS-Schüler, die das Abituranstreben, eingerichtet werden
  • Absenkung des notwendigen Notendurchschnitts von 9 auf 8 Punkte für den Übergang von Sekundarstufe I nach Sekundarstufe II

§  Grundschule:

  • VERA-3-Studien => gründliche Kritik der Methoden, der Lehrstofforganisation, der Lehrerqualität und der Rahmenbedingung erforderlich, die auf klare Zielvorgaben für die Grundschulen abzielt
  • Im ersten Halbjahr der sechsten Klasse soll in den Kernfächern eine zentral gestellte Orientierungsarbeit geschrieben werden, die doppelt in die Notengebung eingeht, um so eine gerechtere Einschätzung des Lernfortschritts der Schüler zu ermöglichen.

§  Förderschule

  • Eine Grundstruktur an leistungsfähigen Förderschulen muss allein vor dem Hintergrund des Elternwahlrechts erhalten bleiben
  • Förderschulen dürfen keine „Endstationen“, keine „Restschulen“ sein, sie sind aber wegen kleiner Klassen, die von Experten unterrichtet und eng begleitet werden, ihrer Elternarbeit und Kooperation ins schulische Umfeld erhaltenswert
  • Förderschulen müssen durchlässiger zu Regelschulen werden, gerade in der Abschlussphase

§  Gemeinschaftsschulen

  • Gemeinschaftsschulen sind ein pädagogisches Angebot unter vielen, welches sich freiwillig und nachfrageorientiert entwickeln soll

§  Europäische und internationale Schulen

  • Es sollte in Berliner Schulen früh ein qualitativ hochwertiges und quantitativ ausreichendes Fremdsprachenangebot geben sollte.
  • Bilinguale Kitas und Schulen bieten – neben der Aussicht ein gutes Deutsch zu lernen – gerade auch für Kinder und Jugendliche, die mit einer anderen Muttersprache als Deutsch aufgewachsen sind einen starken sprachichen und kulturellen Schutz
  • Gerade dieses leisten die Europaschulen – z.B. im Kiez die Hausburgschule, in der spanische und deutsche Muttersprachler gemeinsam lernen.

§  Begabtenförderung

  • Ist nicht nur ein Thema für ausgewählte Schelllerner-Schulen
  • Alle Grund- und Oberschullehrer sind dabei zu unterstützen, diagnostisch, methodisch und zeitlich auch auf diese Schülergruppe eingehen zu können – in Fortbildungen kann der Umgang mit den Besonderheiten dieser Schülerinnen und Schüler eingeübt werden

 

4. Herausforderungen

§  Digitales Lernen

  • Ein eigenes kompetentes Fachreferat für digitales Lernen ist an der Senatsbildungsverwaltung einzurichten
  • Die nötige Infrastruktur für ein erfolgreiches digitales Lernen an Berliner Schulen ist – insbesondere in Form stabiler Internetzugänge – einzurichten
  • Lehrer sollen verpflichtet werden sich auf dem Gebiet weiterzubilden
  • Die Berliner Universitäten sollen forschen und sich in die weltweite und europäische Entwicklung einbinden
  • Das soll in einen Maßnahmenplan eingehen, der alle notwendigen Aspekte der schrittweisen Einführung des digitalen Lernens an den Berliner Schulen enthalten wird

§  Inklusion

  • Das Wohl des Kindes und die Wahlfreiheit der Eltern haben absolute Priorität
  • Die geplante Abschaffung der Einschulungsdiagnostik ist der falsche Weg, denn bei frühzeitigem Erkennen einer Behinderung und gezielter Förderung können gerade bei lern-, emotional- oder sprachgestörten Kindern gute Fortschritte erzielt werden, findet diese Diagnostik wie geplant erst in der dritten Klasse statt, gehen wertvolle zwei Jahre Förderung und Motivation des Kindes verloren
  • Einbeziehung behinderter Kinder in den Regelunterricht ist eine andauernde Aufgabe für die Bildungspolitik.
  • Ansatz: So viel Inklusion wie möglich – so viel individuelle Förderung wie nötig
  • Muss in Berlins Schulen Schritt für Schritt eingeführt werden
  • Wichtigster Faktor für mehr Inklusion ist ausreichendes und gut geschultes sonderpädagogisches Personal
  • Es gilt, ehrlich zu rechnen und die richtigen Rahmenbedingungen zu schaffen

§  Integration

  • Willkommensklassen sind systematischer auszurichten und der Übergang in die Regelklassen ist vorhersehbarer zu gestalten: Entscheidend für den Übergang in die Regelklasse soll das erreichte Sprachniveau (für Sekundarstufe I mindestens B1) und nicht die Verweildauer in der Willkommensklasse sein
  • Der Unterricht in den Willkommensklassen ist auf eine Prüfung auszurichten
  • Unterstützungsstrukturen (täglicher Sprachunterricht, Eingliederungshilfe und Wertevermittlung) an Regelschulen müssen ebenso systematischer aufgebaut werden. Hierfür sollen pensionierte Lehrkräfte gewonnen werden
  • Wartelisten für Berufsschulen sind schnellstens abzubauen
  • Integrationsangebote von Wirtschaft, freien Trägern, Stiftungen und Bundesprogramme müssen angenommen werden