So ließ Frau Jaath es beispielsweise zu, dass eine Sitzung der Bezirksverordnetenversammlung von Chaoten gesprengt wurde und daher abgebrochen werden musste. Auch bei der Behandlung als Fragesteller kam es darauf an, ob man Mitglied einer aus ihrer Sicht guten oder schlechten Fraktion war. Mit Mängeln behaftet war auch ihre Kenntnis der Geschäftsordnung sowie ihr Wille zum Schutze der Anwesenden von dem ihr nach der Geschäftsordnung zustehenden Hausrecht Gebrauch zu machen.


Frau Jaath fiel im ersten Wahlgang durch (23 ja, 23 nein, 4 Enthaltungen). Besonders ärgerlich für Frau Jaath: eine grüne Bezirksverordnete fehlte entschuldigt. Nach einer zehnminütigen Auszeit hielt sie eine Vorstellungsrede, die das Wahlergebnis des zweiten Wahlgangs aus ihrer Sicht nochmals verschlechterte – offensichtlich waren aus zweien der vier Enthaltungen Gegenstimmen geworden. Die Fraktion der Grünen beantragte abermals eine Auszeit (diesmal zwanzig Minuten), in der vor allem auf die beiden Mitglieder der FDP eingeredet wurde (vermutlich waren das die beiden Enthaltungen im letzten Wahlgang). Im Anschluss – gegen halb acht erklärte der Sprecher der Grünen, man werde heute keinen weiteren Vorschlag machen.
Der Alterspräsident Wolfgang Fisch beendete dann diese unwürdige Farce, indem er die Sitzung schloss.


Die abgebrochene Sitzung hat gezeigt: Selbst den Grünen in Friedrichshain-Kreuzberg kann es ab jetzt misslingen, mit dem Kopf durch die Wand zu wollen! Hoffen wir, dass es zur nächsten Sitzung einen mehrheitsfähigen Vorschlag gibt, damit die BVV endlich ihre Arbeit aufnehmen kann…